- Öl und Gas werden wieder teurer: Brent steigt auf fast 84 US-Dollar je Barrel, während europäisches Erdgas gegenüber den Tiefständen vom Mittwoch um mehr als 10% zulegt.
- NFP-Daten stehen im Fokus: Schwache US-Arbeitsmarktdaten könnten die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik der Fed verstärken und damit Aktien, Anleihen und EUR/USD bewegen.
- Iran und Oman bleiben ein Marktfaktor: Die Verhandlungen über die Straße von Hormus könnten insbesondere für Ölpreise und Devisenmärkte entscheidend werden.
- Öl und Gas werden wieder teurer: Brent steigt auf fast 84 US-Dollar je Barrel, während europäisches Erdgas gegenüber den Tiefständen vom Mittwoch um mehr als 10% zulegt.
- NFP-Daten stehen im Fokus: Schwache US-Arbeitsmarktdaten könnten die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik der Fed verstärken und damit Aktien, Anleihen und EUR/USD bewegen.
- Iran und Oman bleiben ein Marktfaktor: Die Verhandlungen über die Straße von Hormus könnten insbesondere für Ölpreise und Devisenmärkte entscheidend werden.
Börse Aktuell: Öl- und Gaspreise ziehen wieder an
Die Preise wichtiger Energierohstoffe bewegen sich erneut nach oben. Für ein Barrel der Nordseesorte Brent müssen Anleger inzwischen fast 84 US-Dollar bezahlen. Gegenüber den Tiefständen vom Mittwoch entspricht dies einem Anstieg von rund 7,5%. Auch WTI-Rohöl legt zu, wenn auch etwas weniger dynamisch, und notiert bei etwas mehr als 78 US-Dollar je Barrel.
Der sogenannte Crack Spread bleibt ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Er beschreibt die Differenz zwischen dem Rohölpreis und den Preisen raffinierter Erdölprodukte wie Benzin oder Diesel. Bei WTI liegt dieser Spread bei rund 60 US-Dollar, bei Brent bei knapp 80 US-Dollar. Auch der europäische Gaspreis steigt wieder deutlich. Gegenüber den Tiefständen vom Mittwoch verteuerte sich Erdgas um mehr als 10%. Am niederländischen TTF-Handelsplatz liegt der Preis derzeit bei rund 58 Euro je MWh. Für Europa ist diese Entwicklung besonders relevant, da die Gasspeicherstände auf außergewöhnlich niedrigen Niveaus liegen.
Abbildung 1: Preis und Crack Spread für WTI-Rohöl (2025-2026)
Quelle: XTB Research, 07.08.2026
Markt News: Iran und Oman verhandeln über die Straße von Hormus
Was steckt hinter den jüngsten Bewegungen am Energiemarkt? Im Rahmen des mit Oman verhandelten Abkommens zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus versucht Iran offenbar, ein vollständiges Transitverbot für amerikanische und israelische Schiffe durchzusetzen. Zusätzlich soll ein neues Gebührensystem eingeführt werden, das unter anderem Versicherungs- und Umweltkosten berücksichtigt. Darüber hinaus fordert Teheran demnach von als feindlich eingestuften Staaten besondere Kompensationszahlungen, bevor deren Schiffe wieder Zugang zur wichtigen Wasserstraße erhalten.
Diese Forderungen dürften in Washington auf erheblichen Widerstand stoßen. Die USA dürften darauf bestehen, dass die Durchfahrt durch die Straße von Hormus ohne zusätzliche Gebühren oder Genehmigungen möglich bleibt. Ein weiteres Hindernis für eine nachhaltige Entspannung am Energiemarkt ist die Eskalation anderer Konflikte im Nahen Osten. Dazu zählen die schweren Auseinandersetzungen mit der von Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen sowie zunehmende Spannungen mit der libanesischen Hisbollah.
DAX und S&P 500 zeigen bislang kaum Reaktion
An den Aktienmärkten fällt die Reaktion auf die geopolitischen Entwicklungen bislang überschaubar aus. Die Futures auf den amerikanischen S&P 500 und den deutschen DAX bewegen sich ungefähr auf Höhe der Schlusskurse vom Donnerstag.
Abbildung 2: Dashboard für den Nasdaq 100 (06.08.2026)
Quelle: XTB Research, 07.08.2026
Auch an den asiatischen Börsen fehlt eine klare Richtung. Der chinesische Shanghai SE Composite gewinnt rund 0,8%. Der japanische Nikkei verliert dagegen 0,3%, während der südkoreanische Kospi rund 0,9% nachgibt. Die wichtigsten Quartalsberichte dieser Woche liegen zwar bereits hinter uns, dennoch stehen heute noch einige interessante Unternehmenszahlen an. Vor dem US-Handelsstart werden unter anderem die Ergebnisse von Under Armour, Take-Two Interactive und Wendy's erwartet.
Gold und Silber steigen trotz höherer Anleiherenditen
Auch Edelmetalle gehören heute zu den interessanten Markt News. Trotz steigender Renditen zehnjähriger Staatsanleihen in wichtigen Volkswirtschaften ziehen Gold und Silber wieder an. Eine Feinunze Gold kostet aktuell rund 4.280 US-Dollar, während Silber bei etwa 62,70 US-Dollar je Feinunze notiert. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung beim großen amerikanischen SPDR Gold ETF. Die zuvor erheblichen Kapitalabflüsse kamen im Juni zum Stillstand. Seit Jahresbeginn hatten diese nahezu 15 Mrd. US-Dollar erreicht. Eine massive Rückkehr der Anleger ist bislang zwar nicht zu beobachten. Das Ende der Abflüsse könnte jedoch ein erstes Signal für eine mögliche Trendwende bei der Investorennachfrage nach Gold darstellen.
Börse Aktuell: NFP-Daten werden zum wichtigsten Termin des Tages
Heute steht die wohl wichtigste Veröffentlichung der Woche auf dem makroökonomischen Kalender. Um 14:30 Uhr deutscher Zeit werden die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen die Non-Farm Payrolls, kurz NFP. Die Zahlen sind für die Fed besonders relevant. Die US-Notenbank verfolgt sowohl das Ziel der Preisstabilität als auch einer möglichst hohen Beschäftigung. Neue Hinweise auf eine Abkühlung des amerikanischen Arbeitsmarktes könnten deshalb zu einer weiteren dovishen Neubewertung des erwarteten US-Zinspfads führen.
Darauf deuteten teilweise bereits die in dieser Woche veröffentlichten ADP- und JOLTS-Daten hin. Beide Veröffentlichungen blieben hinter den Markterwartungen zurück. Allerdings haben diese Daten Einschränkungen. Der ADP-Bericht besitzt unter normalen Marktbedingungen eine geringere Bedeutung, während die JOLTS-Daten vergleichsweise stark verzögert veröffentlicht werden. Zudem war ihre Korrelation mit den NFP-Zahlen in den vergangenen Jahren relativ gering.
Abbildung 3: NFP und ISM-Beschäftigungsindex (2020-2026)
Quelle: XTB Research, 07.08.2026
Bemerkenswert ist zudem, dass Ökonomen die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren tendenziell unterschätzt haben. In 35 der vergangenen 50 Monate fiel der NFP-Bericht besser aus als erwartet. Trotz des schwachen Juni-Werts von 57.000 neuen Stellen liegt der gleitende Drei-Monats-Durchschnitt mit 111.000 weiterhin auf einem soliden Niveau.
EUR/USD: Fed und Nahost-Konflikt bestimmen den Devisenmarkt
In den vergangenen Tagen war beim EUR/USD eine dynamische Aufwärtsbewegung zu beobachten. Aus unserer Sicht waren dafür vor allem zwei Faktoren verantwortlich:
- Die ausgebliebene Zinserhöhung der Fed im Juli und die fehlende Klarheit hinsichtlich der weiteren Schritte des geldpolitischen Ausschusses unter Kevin Warsh.
- Der zwischenzeitliche Rückgang der Öl- und Gaspreise aufgrund einer verbesserten Stimmung hinsichtlich der Lage im Nahen Osten.
Die Situation am Energiemarkt hat sich inzwischen jedoch wieder verändert. Dadurch fiel EUR/USD gestern um rund 0,2% auf etwa 1,152. Die weitere Entwicklung im Nahen Osten bleibt für den Devisenmarkt von zentraler Bedeutung. Das gilt insbesondere für ein mögliches Abkommen zwischen Iran und Oman. Sollte es tatsächlich unterzeichnet werden, dürfte sich der Fokus der Anleger unmittelbar auf die Reaktion der USA richten. Kurzfristig dürften heute jedoch die NFP-Daten dominieren. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund der zuletzt dovisheren Markterwartungen hinsichtlich des zukünftigen Zinspfads der Fed.
Abbildung 4: Veränderung der Markterwartungen für die Fed-Zinspolitik zur Sitzung im Dezember 2026 (2025-2026)
Quelle: XTB Research, 07.08.2026
Einige makroökonomische Daten liefern weiterhin Argumente für eine restriktivere Geldpolitik. Das Lohnwachstum beschleunigte sich im Juni auf 4,3%. Gleichzeitig stiegen die einjährigen Inflationserwartungen laut der Umfrage der New York Fed auf 3,7% und damit auf den höchsten Stand seit 2023. Auch die Einzelhandelsumsätze entwickelten sich mit einem Wachstum von 6,7% im Juni dynamisch. Diese Faktoren könnten sogenannte Zweitrundeneffekte auslösen, vor denen Notenbanker in den vergangenen Monaten regelmäßig gewarnt haben. Steigende Löhne und höhere Inflationserwartungen könnten den Preisdruck länger auf einem erhöhten Niveau halten.
Abbildung 5: US-VPI-Inflation und Lohnwachstum (2007-2026)
Quelle: XTB Research, 07.08.2026
Gleichzeitig lässt die Dynamik der Kerninflation nach, die für die Fed derzeit eine zentrale Rolle spielt. Im Juni lag die monatliche Veränderung bei 0,0% im Monatsvergleich, nach 0,2% im Monatsvergleich im Mai. Auch die zwischenzeitlich rückläufigen Öl- und Gaspreise könnten den Inflationsdruck grundsätzlich reduzieren. Die erneuten Preissteigerungen am Energiemarkt müssen vor diesem Hintergrund jedoch genau beobachtet werden.
Bitcoin und Ethereum: Kryptomarkt bleibt ruhig
Am Kryptomarkt sind derzeit keine größeren Veränderungen zu beobachten. Bitcoin bewegt sich seit Montag weitgehend stabil in einer Spanne zwischen 64.000 und 64.500 US-Dollar. Aktuell notiert die größte Kryptowährung eher am oberen Ende dieser Handelsspanne. Ethereum zeigt eine leichte Aufwärtsbewegung. Seit Wochenbeginn hat ETH etwas mehr als 1% zugelegt und notiert bei rund 1.900 US-Dollar.
Markt News Ausblick: Was bewegt die Börse heute?
Für die Börse aktuell treffen heute mehrere wichtige Einflussfaktoren aufeinander. Kurzfristig dürfte vor allem der US-Arbeitsmarkt für Bewegung sorgen. Ein schwacher NFP-Bericht könnte die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik der Fed verstärken, während überraschend robuste Beschäftigungszahlen die Zinssenkungserwartungen wieder dämpfen könnten. Parallel dazu bleibt die geopolitische Lage ein entscheidender Risikofaktor. Besonders die Verhandlungen zwischen Iran und Oman sowie die Frage nach dem zukünftigen Zugang zur Straße von Hormus können erhebliche Auswirkungen auf Öl- und Gaspreise haben. Damit dürften die heutigen Markt News vor allem von drei Themen bestimmt werden: US-Arbeitsmarkt, Fed-Zinserwartungen und Nahost-Geopolitik.
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FAQ zu Börse Aktuell und Markt News
Was bewegt die Börse aktuell?
Im Fokus stehen heute die NFP-Arbeitsmarktdaten aus den USA, die zukünftige Zinspolitik der Fed sowie die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Besonders die Verhandlungen zwischen Iran und Oman über die Straße von Hormus könnten die Energiepreise beeinflussen.
Warum steigen die Ölpreise aktuell?
Die Ölpreise steigen unter anderem aufgrund neuer Unsicherheit rund um die Straße von Hormus. Iran fordert im Rahmen der Verhandlungen mit Oman offenbar Einschränkungen und zusätzliche Gebühren für bestimmte Schiffe. Gleichzeitig sorgen weitere Konflikte im Nahen Osten für geopolitische Risikoprämien.
Wann werden die NFP-Daten veröffentlicht?
Die US-Non-Farm Payrolls werden heute, am 7. August 2026, um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Sie gehören zu den wichtigsten Arbeitsmarktdaten für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed.
Wie reagieren DAX und S&P 500 auf die aktuellen Markt News?
Bislang fällt die Reaktion verhalten aus. Die Futures auf DAX und S&P 500 bewegen sich ungefähr auf dem Niveau der Schlusskurse vom Donnerstag. Die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten könnte im weiteren Tagesverlauf jedoch für höhere Volatilität sorgen.
Was bedeuten schwache NFP-Daten für die Fed?
Ein deutlich schwächerer US-Arbeitsmarkt könnte die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik verstärken. Robuste Beschäftigungszahlen könnten dagegen dafür sprechen, dass die Fed ihre restriktive Geldpolitik länger beibehält.
CHART des Tages: Was wird den US-Aktienmarkt antreiben? (07.08.2026)
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🚨 Brent-Rohöl fällt unter 80 Dollar!
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